Archiv für April 2007

München Bits: Die Stadt riecht

Ganz erhitzt sind wir am Wochenende in die Isar gesprungen. Und haben ein paar schöne München Bits am Flussgrund gefunden:

Hören: Bei den Stagediven kann man sich einige neue Schmankerl vom (eh großartigen) Bavarian Open-Downloadportal des BR auf einer übersichtlichen Playlist anschauen, -hören und gleich runterladen (freilich kostenlos). Die rote raupe* legt gleich einen drauf und hat uns ein ganzes Mixtape mit feinen Indie-Hits zusammengestellt, das wir samt schön gestaltetem Cover downloaden dürfen. Chapeau! Und: Vielen Dank!

Riechen: Der Blog “Immer nie am Meer…” empfiehlt uns, mit offener Nase durch München zu radeln. Stichwort: Flieder. Stimmt! Und natürlich auch ganz schön viel Sonnencreme-Odeur und Grillkohledämpfe für die Jahreszeit.

Schmecken: Dorin legt uns das neue Café “Barer 61″ ans Herz, das praktischerweise schon um 7 Uhr öffnet - wer jemals in München auf der Suche nach einem netten Platz zum (früh)morgendlichen Kaffeetrinken war, weiß um den Wert solcher Ladenzeiten.

Sehen: cohu berichtet vom neuen “Metropol-Kunstraum” in der ehemaligen Tanke in der Georgenstraße: Ein Investmentbanker bankt dort inmitten seiner Kunstsammlung ganz große Brötchen, Mittwoch nachmittags aber öffnet er seine Bankstube für neugierige Kunstinteressierte. Abgefahren!

30. April 2007 mawa 1 Kommentar

Substanz in den Mai

Hurra, hurra, das Kilombo ist wieder da. Zumindest fast: In den Räumen des kürzlich geschlossenen Lieblings-Lokals in der Senftlstraße eröffnet am kommenden Montag, 30. April, ganz stilecht mit einem gestandenen Tanz in den Mai die neue Kneipe “Stolz von der Au“. Dass das Lokal der gastronomische Stolz der Gegend wird, steht schon jetzt außer Frage: Zum einen gibt’s in diesem irgendwo und irgendwie zwischen Giesing und Haidhausen frei in der Luft hängenden Quartier ja sonst nix. Zum anderen dürfte die geübte Handschrift des hinter dem Projekt stehenden Substanz-Wirtes Jürgen Franke garantieren, dass es dort recht gemütlich wird. Und dass, so hoffen wir zumindest, auch Platz für Veranstaltungen aller Art sein wird (wir sagen nur: Geschichten aus der großen Stadt).

Zapfhahn
Neu o’zapft wird in der Au. Was ein Stolz! (Foto: A. Pizzaro/stock.xchange)

Wer sich übers Wochenende schon mal ein bisserl auf den “Stolz von der Au” vorfreuen möchte, dem empfehlen wir die Vertonungen des berühmten Couplets auf der CD “Junker & Hönle - Die Stimmen der Vorstadt” (vom eh immer großartigen Label Trikont), in der Version der Biermösl Blosn und Ringsgwandl oder gleich als rauschiges Soundfile auf der Auer Dult-Homepage. Hat Substanz!

27. April 2007 mawa 3 Kommentare

Lichtblick im Lichtspielhaus

Vor einigen Wochen hatten wir uns beschwert, dass die Bayern-Schmonzetten des Herrn “Wer früher stirbt…”-Rosenmüller die Münchner Kinos verstopfen. Wir waren sogar fast schon so weit, ein Hohelied auf Hollywood zu singen. Hauptsache, dass uns der seichte Schmarrn fortan erspart bleibe. Nun - endlich! - zeichnet sich ein Lichtblick im Lichtspielhaus ab: Vom kommenden Donnerstag, 3. Mai, an ist die Isarstadt mal wieder ganz ohne Heimatheimeligkeit auf der großen Leinwand zu sehen: Im Kino-Erstling “Shoppen” des Regisseurs Ralf Westhoff. Zugegeben: Die zielgruppige, hibbelig-hippe Kurzbeschreibung, “18 paarungswillige Großstadtsingles beim Speed-Dating”, lässt wenig Gutes vermuten. Der Trailer zum Film hat es uns aber angetan. Der erste Eindruck in einem Wort: Luschtig!

Shopping Carts
Wie bist’n du da? Mit’m Wagen! (Foto: H. Assaf/stock.xchange)

Vorschusslorbeeren in der Obstschale

Ein bisserl einen Vorab-Bonus hat der Film auch deshalb verdient, weil der Regisseur ganz München-untypisch mal nicht aus dem HFF-Umfeld stammt (Donnersmarck, damn it!). Weil der Stab großteils mit jungen Schauspielern besetzt ist, die sonst in den Kammerspielen und den anderen Theatern der Stadt zu sehen sind (dass einer von ihnen auch schon mal mit Rosenmüller gedreht hat, unterschlagen wir hier großzügig). Und: Weil der Soundtrack auf dem Label Hausmusik herauskommt, um das es in letzter Zeit etwas still geworden ist (die Website müsste übrigens dringend mal jemand überholen…). Nach soviel selbst in die Obstschale geworfenen Vorschusslorbeeren sind wir ja mal sehr gespannt, ob “Shoppen” unsere Erwartungen erfüllt. Wenn nicht, gibt’s zur Strafe das (ebenfalls in München spielende) Filmchen “Die wilden Hühner und die Liebe” mit der Ferres in der Montagmorgen-Schulvorführung. Kreisch!

26. April 2007 mawa 2 Kommentare

UnterFOERing

Mit so einer Schlagzeile kriegt man uns natürlich: Ich würde niemals nach München ziehen. Sagt: Jonathan Safran Foer. Seines Zeichens von uns für seinen Roman “Alles ist erleuchtet” sehr geschätzter Nachwuchs-Bestseller- Autor. Seines Zeichens von uns für sein 9/11-Nachfolge-Buch “Extrem laut und unglaublich nah” nicht mehr ganz so geschätzter Altklug-Bestseller-Autor. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole Krauss (guess what: eine nicht minder erfolgreiche Jung-Autorin) ist er bis Mai als Stipendiat in der Berliner Villa am Wannsee zu Gast. Und gibt vom Gipfel des Prenzlauer Bergs aus nun solch kluge Dinge von sich wie das oben genannte Zitat.

Telefonzelle
Crazy Berlin? Nö, die Post in der Fraunhoferstraße. (Foto: mawa/isarstadt.de)

Meditation in Mitte

Ja, ja, ja, wir sind durchaus ein bisserl dünnhäutig, wenn uns jemand ans isarstädtische Bein pinkelt. Besonders, wenn im gleichen Atemzug die chronisch überschätzte Hauptstadt mal wieder in den Himmel gelobt wird. Und: Ja, ja, ja, man muss wahrscheinlich tolerant sein, wenn ein Anstands-Ami angesichts der ach so libertinären Berliner Luft-Luft-Luft plötzlich ein wenig abdreht. Wenn sich aber ein eigentlich so cleveres, braves Bürscherl wie der Foer (großartig die Wortschöpfung des “Zeit”-Journalisten Georg Diez: “American Streber“) damit brüstet, nach dem Konsum verschiedener Rauschmittel und zehnmaligem Knut-the-Icebear-Watching ein “meditatives” Erlebnis in einer Berliner Kiez-Bar gehabt zu haben, dann ist bei uns der Kohleofen wirklich aus. Zitat: “Das hat mich erinnert an - nicht meine eigene Jugend, aber an eine Idee von Jugend”. Na dann ist ja alles klar: Alles ist Der Herr ist erleuchtet!

Ach ja, heute Abend Pflichttermin: Das Abschiedskonzert der wunderbaren Band Blumfeld. Tausend Tränen tief. Mindestens! Aber ist ja eigentlich eh klar, oder?

25. April 2007 mawa 6 Kommentare

I live by the S-Bahn

Immobilien-Lamento, neue Runde: Was für ein seltsamer Trend ist es eigentlich, Neubausiedlungen jetzt so nah wie möglich an die Gleise von S- und Bundesbahn (sorry: natürlich auch die der BOB) ranzuklatschen? Der Arnulfpark gewinnt ja bereits Formen, die Hackerhöfe sind bezugsfertig und da, wo jetzt vorübergehend das Kulturareal “Neuland” heimatelt (siehe gestriger isarstadt.de-Beitrag), werden in ein paar Jahren die Hirschgarten-Residenzen stehen. Neuer Wohnraum für München? Großartig! Her damit! Aber warum in aller Welt sollen wir ausgerechnet zwischen Bahngleisen und Durchgangstraßen eingezwängt Crepes bruzzeln, Kinder großziehen und dem Schlaf der Gerechten frönen?

Gleise
Room with a view. (Foto: sist/isarstadt.de)

Nachtzug nach Insomnia

Am perversesten stellt sich die Lage bei den Hackerhöfen dar: Zwischen die vielbefahrene Landsbergerstraße und die Bahngleise passt an dieser Stelle gerade mal ein Handtuch. Auf dem sollen sich dann Happy Families und glückliche Münchner Singles breit machen (und es natürlich - siehe Feinstaubdebatte - regelmäßig kräftig ausschütteln). Lastwägen zählen vom Frühstückstisch aus? Mit verquollenen Augen den Nachtzügen nachblicken? Na pfiat di god!

Neue Münchner Adressen

Weshalb hat man an diesen Standorten nicht lieber Bürogebäude, Gewerbeimmobilien errichtet? Vom Schreibtisch aus auf den Zugverkehr zu schauen, hat ja durchaus seinen Reiz. Und wenn die Klimaanlage stimmt, können während der Arbeit notfalls auch die Fenster zu bleiben. Stattdessen sitzen die Firmen, Kanzleien, Arztpraxen in den schönsten Innenstadtlagen, in ruhigen, lauschigen Vierteln. Dort, wo viele, die täglich aus dem weiten S-Bahn-Outback in die Stadt pendeln, gerne wohnen würden. “Neue Münchner Adressen” nennt sich das von mehreren großen Immobilienunternehmen betriebene Gesamtprojekt zur “Revitalisierung” des geleisnahen Areals zwischen Hauptbahnhof und Pasing. Ansprechpartner in allen Fragen: Dr. Schönfärber.

24. April 2007 mawa 6 Kommentare

Neuland & alte Bekannte

Wir erinnern uns: Die Kunstgaragen an der Paul-Heyse-Straße. Das L*aim beim Laimer Bahnhof. Schöne Feste. Draußen sitzen. Drinnen stehen. Unkompliziert. Unangestrengt. Oft unkonventionell. Der Charme des Vorübergehenden. Beide Locations sind längst der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Nun laden die selben Menschen, die schon hinter den Kunstgaragen und dem L*aim standen, auf ein neues Gelände ein: Das Neuland (Birketweg 5a an der Friedenheimer Brücke, also in bester Nachbarschaft zum Backstage). Wieder, für drei Jahre, zur Zwischennutzung. Wieder gilt: Aufhören, umziehen, bevor sich die Routine einschleicht.

Tüten
Neues Land entdecken, gleich mal das Territorium abstecken - gesehen beim Flohmarkt auf der Theresienwiese (Foto: mawa/isarstadt.de)

Quer durch den Gemüsegarten

Das Programm des Neuland für die nächsten Wochen liest sich, den Biographien der Veranstalter entsprechend, gewohnt gemüsegartig: Hier etwas Elektromukke, da Rockkonzerte mit Lokalbands (bekannt, bewährt: Mexican Elvis, zum Entdecken: Jenson, Pot Boiler) und im Mai ein dreitägiges Festival rund um Joseph Beuys (der in diesem Jahr grad mal 86 geworden wäre). An lauschigen Tagen wie diesen lockt aber auch ganz einfach der Biergarten, in dem man sich bis drei Uhr nachts verratschen können soll. Neuland in einer Brachland-Gegend. Schön!

23. April 2007 mawa 3 Kommentare

Sammel Trieb

Stepp-Schuhe.
Ein Videorecorder (kaputt).
Ein Lederkoffer mit Riemenverschluss.
Eine Glaskaraffe mit Pernod-Werbeaufdruck.
Drei Gartenzwerge.
Ein Bierkrug mit Kitsch-Zinndeckel.
Das Buch “Die Theorie der Subkultur” mit Bibliotheksstempel aus Kaufbeuren.
Eine Simone de Beauvoir-Erstausgabe auf französisch.
Ein Satz “Twen”-Zeitschriften.

Geschirr
Ist’s ned schee? Und ein Schnäppchen war’s! (Foto: sist/isarstadt.de)

Zwei Handvoll Postkarten mit alten München-Ansichten (natürlich nur Faksimilies, aber echt angeschmuddelt).
Eine CD von Rick Astley (20 Cent - der Nostalgie halber).
Und zwei Maxisingles von P.J. Harvey (warum gebt Ihr die für ein Fuffzgerl her? Die Dame hat mehr Respekt verdient!).
Gelbe Kleiderhaken aus Emaille.
Ein versteinertes Stück Holz (was hat uns da nur getrieben?).
Ohrringe (dito).
Silberbesteck bunt zusammengewürfelt.
Ein Samt-Blazer.
Eine Haarspange.

Unser schönster Flohmarktkauf ever ist und bleibt aber (auch wenn das keiner so recht verstehen kann): Das Arzberg-Kaffeeservice (Foto), erstanden vor drei Jahren auf der Theresienwiese. Morgen um 7 Uhr in der Früh geht es wieder los auf Münchens größtem Tandlermarkt, der nur ein einziges Mal im Jahr stattfindet (hier eine Bildergalerie von 2006). Auf keinen Fall verpassen!

20. April 2007 mawa 9 Kommentare

München Bits: Aushäusig mittagessen

Hotelleben: Die SZ, die ja von jeher ein bisserl zurückhaltend ist in Sachen Online-Content, hat nun auch eine Art Blog. Und was für eins! Unser Münchner Lieblings-Krimiautor und der wahrscheinlich liebenswürdigste Misantroph überhaupt, Friedrich Ani, wohnt als “Der Aushäusige” (großartig!) ein paar Wochen als “Writer in Residence” im Arabella Sheraton und kommentiert das Leben vom Hotel-Barhocker aus. Ein Traum! Nur die seltsame Bebilderung der Artikel erinnert ein wenig an die graphischen Missgriffe, die schon seine Tabor Süden-Romane beim Knaur-Verlag in ein falsches Bücherstapel-Licht gedrängt haben.

Draußen leben: Richtig Vorfreude auf den Sommer macht die rote raupe*, die das Sonnenrot-Festival im Juli in Geretsried mit präsentiert. Jan Delay und Tocotronic als Headliner - was kann da noch schief gehen? Da verzeihen wir selbst solche Geschmacklosigkeiten Unerheblichkeiten wie Virgina Jetzt!

Das Leben an sich: Über das Wieso, Weshalb und vor allem das ganz große Wohin hat sich der mittagesser und Kochbuchautor (God save “Basic Cooking”!) Gedanken gemacht. Schöne Gedanken. Wichtige Gedanken, wie wir alle sie uns regelmäßig machen sollten (aber vielleicht nicht ganz so eloquent zu Papier bringen). Frühjahrsputz halt. Muss sein!

Lebenswert: Die Stagediven geben einige Tipps für die konzertante Gestaltung des Münchner Rest-Aprils. Bei Blumfeld-Vorankündigungen - wie dort - zerreisst es uns ja immer das Herz: Einerseits ist wollen wir den Höhepunkt des Monats natürlich jedem netten Menschen ans Herz legen. Andererseits hätten wir die Jungs auch gern mal ganz für uns in einem nicht allzu überfüllten Backstage. Naja, weil’s vielleicht das letze Mal ist (Abschiedstournee), sind wir großzügig: Kommts halt einfach alle. Und bringt noch Eure Freunde mit.

19. April 2007 redaktion 4 Kommentare

München läuft anders

Im SZ-Magazin vom vergangenen Freitag sind wir auf die Anzeige eines ganz, ganz großen Sportartikelherstellers aus den USA gestoßen. Und waren schon kurz davor, selbigen für die wirklich mal clevere Werbe-Idee zu loben, uns eine Playlist für eine Joggingroute quer durch die Münchner City zur Verfügung zu stellen. Zehn Songs legen uns die Turnschuh-Fabrikanten ans Ohr: Von Lokalhelden wie den Babacools und der Spider Murphy Gang geht es über Falcos “Munich Girls” zu den Editors mit “Munich”. Von anderen Global Playern sind wir es ja bereits gewohnt, dass sie uns zwecks Credibility-Aufbesserung gar nicht so üble Musik nachwerfen (Coca Cola: Adam Green für lau in der Muffathalle, Mercedes Benz: kostenlose MP3-Downloads). Warum nun also nicht auch die Lauflobby? Gespannt folgen wir dem in der Anzeige angegebenen Link und freuen uns schon auf neues Gratis-Futter für den MP3-Player.

Laufbahn
Auf die Plätze, fertig und… Fehlstart! (Foto: K. McCallum/stock.xchange)

99 Cent für 50 Cent?

Und was passiert? Wir werden für den Download der München-Tracks und manch anderer Sport- und Spaß-Compilations auf die einschlägige Musikkauf-Plattform mit dem Apfel im Logo verwiesen. 99 Cent pro Song - das bekannte Lied. Na super! Sympathie verspielt. Auf einen Schlag. Schneller, als die Spider Murphy Gang überhaupt “`S is wieder Sommer in der Stadt” singen kann. Da kann der Sportartikler noch so schön mit dem Slogan “München laufend anders” werben. Wir entgegnen: In München läuft’s anders!

18. April 2007 mawa Kommentieren

Morbus Munichus

Dass es eine “deutsche Krankheit” gibt, also eine Malaise, die nur hierzulande als solche be- und anerkannt ist, wussten wir (es handelt sich um die Hypotonie, also den zu niedrigen Blutdruck). Auch von der quasi insularen Angst der Franzosen vor durch übermäßigen Entenstopfleber-Konsum hervorgerufenen Folgeerscheinungen haben wir schon mal gehört. Nun sind wir über eine weitere erstaunliche Erkrankung gestolpert, die nur die Bewohner eines einzigen Landes kennen: Das so genannte “Paris Syndrome” befällt japanische Touristen bevorzugt zwischen Eiffelturm und Champs Elysées.

Bavaria
Die bayrische Dreifaltigkeit hat schon manchem den Verstand geraubt.
(Foto: B. Stein/flickrCC)

German Angst at the Hofbräuhaus

Die Symptome: Verwirrtheit, Angstgefühle, Depressionen, Verfolgungswahn, Nervenzusammenbruch. Der Auslöser: Ruppige französische Kellner (”Et voilà? Putain, merde!”), zu hoch gesteckte Erwartungen, fehlende Romantik (von wegen “Stadt der Liebe”). Wenn solche Petitessen die Japaner schon umhauen, dann fragen wir uns, was eine geübte Münchner Bedienung da anrichten kann? Wer es jemals gewagt hat, der Überbringerin einer halbgaren Hax’n oder einer schlecht eingeschenkten Maß weniger als drei Euro Trinkgeld zu geben, weiß, was es mit der vielbeschworenen “German Angst” in Wirklichkeit auf sich hat. Verfolgungswahn ist da noch die harmloseste Nebenwirkung.

Unterm Trachtenhut juckt’s ganz fürchterlich

Schon mal versucht, mit fröhlichem fremdländischem Akzent in die Schlachtengesänge einer Giesinger Gang auf dem Heimweg vom verlorenen Lokalderby einzustimmen? Jemals an einem Wies’n-Abend einen genaueren Blick auf den Berg unterhalb der Bavaria geworfen? Pittoresk ist was anderes, Kuschelkurs kannste höchstens beim FCB-Familienverein haben. Ein Wunder also, dass wir noch nix gehört haben vom “Morbus Munichus”, der den Auswärtigen den Verstand raubt, sobald sie den lustigen, im Souvenirshop erstandenden Filzhut vom Kopf nehmen. Oder gilt lautes “Viva Colonia”-Singen im Hofbräuhaus schon als erstes Symptom?

17. April 2007 mawa Kommentieren

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