München, 15. November 2007 mawa
Memory
Ein neues Buch vom (oder eigentlich: über den) Münchner OB. Und am Freitag Signierstunde beim Hugendubel am Marienplatz. Hmm. Noch keine wirkliche News. Christian Ude, hauptberufliches Stadt- und Schickeriaoberhaupt (…und das ist auch gut so!) sowie nebenberuflicher Komiker Kabarettist hat seinem Wahlvolk schließlich bereits vor Jahren “Meine verfrühten Memoiren” zu Füßen gelegt und auch sonst zu so ziemlich jedem möglichen oder unmöglichen Thema ein Büchlein herausgegeben (”Ich baue ein Stadion”, “Stadtradeln” und der Klassiker: “Menschen und Miezen - vom Zauber, mit Katzen zu leben”).

Einwände nur werktags 8 bis 19 Uhr (Foto: mawa/isarstadt.de)
Brooke Shields Ude
Das neue Buch überezeugt uns allerdings schon vor der Lektüre durch sein dokumentarisch gefärbtes Umschlagfoto: Herr Ude im braunen Cord-Sakko. Wie oft haben wir den Möchtegern-Stenz kulturell bewanderten München-Macher schon in eben diesem Kleidungsstück durch die Feuilletons geistern sehen! Boheme für Bürgermeister, der Dress-Code für den direkten Volkskontakt. Wie fragen uns: Hat der Mann von dem Kuschelüberwurf eigentlich gleich mehrere Exemplare im begehbaren Kleiderschrank hängen? By the way: Andy Warhol soll ja hundert Stück seines weißen Brooks Brothers-Lieblingshemdes besessen haben. Und irgendwo ist unser ewiger OB doch auch und vor allem ein Künstler.
Die DVD zum Film vom Buch
Lustig, dass da nur die SZ in die Parade fährt: In ihrem Online-Shop (Kaufen Sie jetzt die DVD zum Film vom Buch, das ehemals eine Zeitung war!) wird just jene oben erwähnte Biographie des späten Ude mit einem ganz anderen Titelbild feilgeboten: Der OB trägt dort formelles Outfit inklusive Schlips statt des Schwabing-Looks. How conservative! Wir wundern uns: Ist die Süddeutsche am Ende der wahre Merkur?
Eintrag unter folgendem Thema abgelegt: Stadtgeschichte(n), Kurioses, Literatur
2 Kommentare Auch einen Kommentar hinterlassen
1. Marc | November 16th, 2007 at 22:57
Mensch MaWa, wenn Du - wie wir - unseren Ude nicht nur in den Feuilletons rumgeistern sehen würdest, sondern ihn regelmäßig auf der Straße in Schwabing treffen würdest, ja dann würdest Du wie wir sagen: Was ein netter Mensch!
2. mawa | November 17th, 2007 at 13:10
Wer sagt denn, dass er kein netter Mensch ist?
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