München, 17. November 2008 mawa
Energiespar-Programm
Und nu also Karneval. Kölner Karneval. Pappnasen und Pils’chen. Elfter Elfter. Klaro. Abba doch ned hier, bitt’schön! Lasst’s uns mal über’s Freiheiz reden. Wer noch nix von der seit gut einem Jahr bestehenden Location gehört hat - was, unmaßgeblichen Umfragen im weiteren Bekanntenkreis zufolge bei durchaus einigen München-Menschen der Fall ist: Das ist die Halle neben der S-Bahn-Station Donnersberger Brücke. Die mit dem großen Backstein- Schornstein daneben (wir erinnern: da war ganz, ganz früher mal das Backstage). Die so etwas hätte werden können, hätte werden sollen wie die kleine Schwester der Muffathalle. Die nun aber lieber einen auf Karnevalsgaudi macht.

Vorhölle oder…? Die Härte: Der Rainer Werner Fassbinder-Platz nebat der Freiheizhalle wird mittlerweile schon als Parkplatz missbraucht. Und die Autos fahren über die Teer-Skulptur mit den Filmtiteln. (Foto: mawa/isarstadt.de)
In der falschen Liga verkehrt
Man muss sich das mal vor Augen halten: Eine verkehrstechnisch kaum zu überbietende Lage mit MVV-Anbindung und kostenfreien Parkplätzen in Gehweite. Eine großartige Backstein-Architektur. Eine grad kommode Größe für die richtig netten Sachen. Ein Alleinstellungsmerkmal im sonst nicht immer aufregenden südwestlichen Randgebiet von Neuhausen. Eine Adresse mit quasi historischer Verpflichtung (der gar nicht mal so übel gelungene Rainer Werner Fassbinder-Platz, für den doch so viele Leute so lange gekämpft haben). Und trotzalledem ist die neue Halle direktemang in die Kreisliga eingestiegen, statt Stadtformat zu beweisen.
KKK der Kultur
Hier trifft sich der KKK der Kultur: Kleinkunst, Komiker, Kabarett. All das, was man in der Provinz so macht. All das , was die Fahrgäste der an der Do’Brücke haltenden BOB auch daheim im Umland geboten bekommen. Polit-Veranstaltungen. Public Viewing zur EM. Modelleisenbahn-Ausstellungen (Tatsache!). Wenn denn überhaupt was los is. Viele Tage und Abende lang scheint der Laden leer zu stehen. Da fällt der Blick der Vorbeiflanierenden dann nur auf einen greislig gesichtslosen Gastro-Bereich. Und selbst der Name, der an die ehemalige Nutzung als Heizkraftwerk erinnert, kalauert fast schon ein bisserl zu sehr, um noch leiwand zu sein. Schade.
Mehr Potenz, bitte
Sehr schade. Denn: Da liegt verdammt viel Potenzial drin, in dem Gebäude. Leude, bitte, strengt’s Euch an. Ladet mal g’scheite Bands in Euer Gemäuer. Macht ordentliche Partys. Lasst’s unsretwegen auch die Modellbahnfreude rein, aber veranstaltet am nächsten Tag halt eine Plattenbörse oder eine Kleinverlegermesse oder sogar eine Modenschau. Zeigt, dass Neuhausen mitten in München liegt. Legt auf Eurer Website wenigstens einen “Presse”-Bereich an, damit mal jemand über Euch schreibt und die Münchner Euch kennenlernen. Hört’s auf mit dem Energiespar-Programm. Vor dem Kehraus geht doch noch was!
Eintrag unter folgendem Thema abgelegt: Kneipe & Club, Musik, Kunst
1 Kommentar Auch einen Kommentar hinterlassen
1. Alex | November 17th, 2008 at 17:44
Dem Wunsch kann ich mich nur anschließen (und das als Rheinländerin, die allerdings an der Stelle mal anmerken möchte, dass sie im Kölner Karneval nur selten Menschen Pils hat trinken sehen)!
Ich weiß noch, wie wir uns gefreut haben, endlich mal was in absoluter Gehweite zu haben - und jetzt sind wir noch kein einziges Mal da gewesen… Aber vielleicht wird’s ja doch noch mal was.
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