Archiv für Dezember 2008
Wir sagen’s ganz kurz: Schöne Festtage allen isarstadt.de-Lesern! Leise. Laute. Große. Kleine. Besinnliche. Oder kracherte. Wie’s halt jeder mag. Und lasst’s Euch nicht vom Kater Silvester erwischen!
Wir hören lesen uns wieder - vielleicht erst im neuen Jahr (denn für uns bedeutet Weihnachten vor allem: ein bisserl zur Ruhe kommen), vielleicht aber auch schon vorher. Mal seh’n. In jedem Fall freut’s uns sehr, wenn Ihr bald wieder vorbeischaut.

Alles so schön bunt hier. (Foto: sist/isarstadt.de)
23. Dezember 2008
redaktion
Schon wieder ein Jahr (fast) vorüber. Und was bleibt davon übrig? Viel. Mal wieder: Sehr viel. Im Wohnzimmer steht ein gut gefülltes Billy-Regal mehr als im Vorjahr. Wobei’s bei uns eher ein Lese- als ein Hör-Jahr und Seh-Jahr war. Wird das mit zunehmendem Alter automatisch so? Ist es bedenklich, wenn einen der iPod im Ohr so aus dem Konzept bringt, dass man gegen eine Glastür rennt und dann beschließt, eine Weile nicht mehr beschallt durch die Gegend zu laufen (ist wirklich passiert, allerdings: es lief gerade “Flimmern” von den Goldenen Zitronen…)? Sind es Symptome der Quarter Life-Crisis, wenn man sich immer öfter am Grabbeltisch mit Backlist-Titeln versorgt, statt Neues zu kaufen?

Ja, für den wär’ auch noch Platz gewesen in unsren Charts. Aber er hat ja nix (Neues) von sich hören lassen. In diesem Jahr. (Foto: mawa/isarstadt.de)
Naja, Hören und Sehen werden uns hoffentlich niemals vergehen. Ebenso wenig wie die missionarische Ader, wenn’s darum geht, vom Guten, Schönen, Begeisternden zu erzählen. Kurzum: Wie schon im vergangenen Jahr haben wir hier zusammengetragen, was (uns) wichtig war in diesem Jahr. Vielleicht ist da ja was dabei, wo jemand sagt: Das wär’ doch was für meinen pubertierenden Bruder. Oder die liebe Patentante. Was für unter die Tanne. Und möglicherweise wollt auch Ihr uns ein paar Tipps stecken, was wir noch entdecken, uns selbst zum Fest schenken könnten. Die Jahres-Charts wären hiermit offiziell eröffnet:
Kategorie DVD schaun statt Fernsehen: “How I met your mother”
Gute “Friends” altern mit.
Kategorie Monaco franzt: G. Rag y les Hermanos Patchekos
Am besten live, und idealerweise mit Return to Reno im Vorprogramm.
Kategorie Golden Geeks: The Indelicates
Intelligent. Vermutlich.
Kategorie Bahnhofskiosk: Apartamento
Für alle, die bei ebay schon mal den Suchbegriff “Eames” eingetippt haben
Kategorie Abo auf Lebenszeit: Esopus
Ein Magazin? Viel mehr als das. Viel mehr.
Kategorie Newcomer in unsrem Kopf: Monica Drake - Clown Girl
Verrückt. Schön.
Kategorie Coffeetable: Bohemian Modern
Weckt’s uns auf, wenn wir fertig geträumt haben.
Kategorie Bildgewalten: Line Hoven - Liebe schaut weg
Schon der Titel! Ganz großes Tennis!
Kategorie Feine Striche: Inio Asano - Solanin
Manche Comics sagen mehr als ein Roman.
Kategorie Feine Stiche: Thomas Glavinic - Das bin doch ich
Daniel Kehlmann eat my shorts. Ha!
Kategorie Heimliche Liebe: Dendemann - Gangsterbraut
Bei ‘ner Party total daneben gelegen damit. Ach, Ihr habt’s nicht kapiert!
Kategorie Tränen im Dunkeln: Into the Wild / XXY / Happy-Go-Lucky
Überraschungen. Die bleiben.
Kategorie Immer wieder: Maigret
Der reicht für ein ganzes Leben.
17. Dezember 2008
mawa
Communities? Interessieren uns nur am Rande. Twitter? Da hat uns noch keiner glaubhaft erklären können, wozu’s das eigentlich wirklich braucht. Messenger? Um uns mit Freunden zu unterhalten, geh ‘ma lieber in eine Kneipe. del.ic.io.us, Mr. Wong & Co.? Naja, statt nur irdendwo Duftmarken zu hinterlassen, greifen wir lieber hier im Blog das auf, was uns im wahren wie im virtuellen Leben begegnet und begeistert und von dem wir hoffen, dass es auch andere interessieren könnte. Kurzum: Unser Web war bisher - so ganz gegen den allgemeinen Trend - nicht grad social.

Crossing. (Foto: mawa/isarstadt.de)
Das hat sich im Zuge des Blog-Wichtelns g’scheit geändert: Hinter drei Handvoll Münchner Blogs sind plötzlich Menschen aufgetaucht. Menschen, mit denen wir nicht nur kurze Kommentare ausgetauscht haben, sondern auch mal eine nette Mail. Von denen wir jetzt nicht nur die URL kennen, sondern auch den Vornamen. Hinter all den Buchstaben und Bildern und Binärcodes steckt Leben. Eigentlich logisch. Aber trotzdem war’s eine spezielle, eine schöne Erkenntnis, die’s da quasi portofrei zur Wichtel-Aktion mit dazugab. So ist wohl social.
Nächstes Jahr wieder?
15. Dezember 2008
mawa
Jawoll, ja, es ist soweit! Münchner Blog-Wichteln ist angesagt. Der Deal war: Je ein Ins-Internet-Schreiber schenkt einem anderen einen Text, ein Bild oder auch beides. Daher erscheint heute hier - so wie auch auf zwölf weiteren Münchner Blogs - ein Gast-Beitrag. We proudly present: Den wahrscheinlich bisher längsten (it’s in the Bild, baby!) Artikel auf isarstadt.de und sicher einen der charmantesten Einstiege. Vielen, vielen Dank dafür an Kerstin, die den großartigen Blog snowflakes & blackvampires betreibt!
Und ganz herzliche Grüße auch an alle anderen Teilnehmer des Münchner Blog-Wichtelns! Jedem einzelnen geneigten Leser sei nun eine Tour zu allen beteiligten Websites wärmstens an’s Herz gelegt - sämtliche Links stehen nochmal am Ende dieses Postings. So wie übrigens auch der Hinweis, auf welchem Blog der isarstädtische Wichtel-Text zu finden ist. Nun aber der Beitrag von Kerstin! Enjoy!

“Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water.”
Die Lichter, winterlichen Düfte und Dekorationen zur Adventszeit in der Münchner Innenstadt finde ich wunderbar. Weihnachten ist eine Zeit zum Träumen. Für mich bedeutet Weihnachten kein Stress, keine Familienstreitigkeiten - einfach nur Sinnlichkeit genießen.
Allerdings sollte man das für sich behalten. Alle Leute um mich herum sind gestresst, hassen Weihnachten, sind depressiv und übellaunig. Das fing schon mit ca. 7 Jahren an als mein Vater beschlossen hatte, das Konsumverhalten an Weihnachten würde ihm auf die Nerven gehen und es würde keine Weihnachtsfeier mehr für uns geben. Zu der Zeit wohnten wir in Indien und sogar die Hindus feierten Weihnachten. Wenn auch nicht sinnlich sondern mit Böller und Plastikbäumen, reichte ihm schon die Vorfreude der Kinder um das Fest einfach abzusagen.
Heimlich gab es mit unserer Mutter unter einer Palme doch noch ein paar Plätzchen. Auch ein heimliches Fest ist ein wunderbares Fest. Später (als Jugendliche) legte ich selbst keinen besonderen Wert auf Familienfeiern. Aber gefreut habe ich mich immer auf den ersten eigenen Weihnachtsbaum, den ich haben würde wenn ich mal Kinder bekommen würde.
Valentin: Ich krieg eine Schachtel Dritte Sorte.
Verkäufer: Ja, bei uns gibt es keine Zigaretten zu verkaufen.
Valentin: Was gibt’s denn dann?
Verkäufer: Bei uns gibt es nur Schallplatten und Gramaphone.
Valentin: Dann gebn S’ mir halt ein Gramaphon.
Jetzt habe ich Kinder und - wenn schon nicht Weihnachten - so feiern wir doch Channukah. Das ist auch wunderbar und ein schönes Lichterfest. Und doch trauere ich ein wenig dem kleinen Weihnachtsbaum meiner Vorstellung nach.
Karlstadt: Ich möcht bloß wissen, ob’s bei andere Leut auch so zugeht wie bei uns.
Valentin: Genauso!
Seit ca. 8 Jahren wohnen wir nun in der Münchner Innenstadt und an jedem Eck gibt es einen Weihnachtsmarkt. Jedes Fenster ist dekoriert und alles ist hell erleuchtet. Ich feiere also im Stillen mit und genieße das genauso. Egal ob um die Ecke beim Pink-Christmas oder auf dem Mittelaltermarkt, beim Schwabinger oder bei all den anderen Christkindlmärkten, jeder kann für sich den richtigen Ort finden und genießen. Ich bin froh, dass ich so zentral wohne, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt als hin und wieder mal über einen Münchner Weihnachtsmarkt zu stolpern.
Der Münchner Komiker Valentin hätte dazu gesagt: “Ich bin auf Sie angewiesen, aber Sie nicht auf mich! Merken Sie sich das!”
Mehr Wichtel-Texte gefällig? Aber bitte doch! Hier geht es weiter: abspannsitzenbleiber, Digitale Notizen, Dr. Sno*, Lyroholisch, münchenblogger, rettet das mittagessen, Snowflakes & Black Vampires, Stadtneurotiker, Tivoli-Blog, Unilife live, Vorspeisenplatte. Und ganz besonders freu’n tät’s uns natürlich, wenn Ihr auch den isarstadt-Wichteltext auf Helgas Notebook München anguckt.
10. Dezember 2008
mawa
Morgen Übermorgen, Kinners, wird’s was geben. Am Mittwoch, 10. Dezember, wird auf 13 Münchner Blogs jeweils ein Beitrag eines anderen Bloggers erscheinen. Blog-Wichteln haben wir das ganze genannt. Und sind schon mächtig gespannt auf alle Texte und Bilder und was sonst den Teilnehmern so eingefallen ist. Die einzige Vorgabe war: Um München soll’s gehen und um die (Vor)Weihnachtszeit. Ein Trend zeichnet sich bereits jetzt ab: In mehreren der Beiträge spielt der gute alte K. am M. mit seinem Schaufenster voller S.-Tiere eine Rolle. Aber mehr wird noch nicht verraten…

Origami? Oder zu Dir? (Foto + Fingerfertigkeit: sist/isarstadt.de)
Hier nochmal zum Mit-Klicken alle Teilnehmer des Münchner Blog-Wichtelns 2008, von denen einige auch schon über ihre Gedanken zum G’schichtl-Wichtl’n geschrieben haben:
abspannsitzenbleiber
Digitale Notizen
Dr. Sno*
isarstadt natürlich
Lyroholisch
münchenblogger
Notebook München
rettet das mittagessen
Snowflakes & Black Vampires
Stadtneurotiker
Tivoli-Blog
Unilife live
Vorspeisenplatte
8. Dezember 2008
mawa
Aus einem vorweihnachtlichen Gefühl der Güte heraus woll’n wir heut mal ganz was B’sonders springen lassen. Mal mehr als nur Textln, Buidln und eine Prise HTML. Mal: Einen Anlagetipp. Einen Hinweis auf das next big thing. Nach dem dot.com-Tod Anfang des Jahrhunderts und der gegenwärtigen Alles-in-allem-Krise wartet nämlich noch eine weitere Blase darauf, endlich zu platzen: Die am Kunstmarkt. Das ist nix Neues für Euch? Gemach, gemach! Denn wir können Euch verraten, wo die Reise hingeht, wenn all Eure Picassos und Hirsts und Süßmayrs plötzlich nicht mehr wert sind als zwei Maß Bier und ein halbes Hendl auf der Wies’n. Und wir sagen Euch auch noch, wo die Zukunft des Kunstmarkts schon jetzt zu besichtigen ist. Mitten in unsrer Stadt.

Where have all the posters gone? (Foto: mawa/isarstadt.de)
Plakativ oder nur gepost?
Nu aber genug der Spannungmache: In der Lothringer13 schlägt ab Donnerstag der Münchner Künstler Senor Burns mitsamt dem von ihm betriebenen Plattenlabel red can für ein paar Tage sein Lager auf. Und wird dort unter anderem seine großartigen Siebdruck-Poster zeigen, die vor allem für Konzerte und andere Veranstaltungen im Umfeld Münchens entstehen. Uns hat der Mann bereits im Sommer angefixt, als wir für unglaubliche fünf Euro einen seiner Drucke beim G.Rag y les Hermanos Patchekos-Gig am Theatron erstanden haben. Obwohl (oder gerade weil?) uns das manchmal arg schwurblige Lohringer mit einer unlesbaren Vorankündigung zu der red can-Show abschrecken will, sagen wir: Poster Art wird der nächste große Hype!
Die Handschrift des Hypes
Um eines klarzustellen: Poster wie die von Senor Burns haben so gar nix mit den greisligen Werbetafeln zu tun, die etwa eine Tina Turner in der Olympiahalle ankündigen. Es handelt sich vielmehr um Kunstwerke, die nicht notwendigerweise etwas mit der beworbenen Band oder Veranstaltung zu tun haben müssen. Die vielmehr für sich selbst, für die Handschrift des jeweiligen Gestalters sprechen. Die uns als popkulturell sozialisierte Generation ansprechen. Und idealerweise an einen gelungenen Abend erinnern - oder uns denken lassen: Wär’n wir doch nur dabei gewesen!
Bitteschön: Bild-Beratung
Und was ist mit dem Investment? Auch wenn das doch eigentlich recht wurscht ist: Wo sonst bekommt man ein Original-Kunstwerk, eine Edition in überschaubarer Auflage, schon für ein paar Euro fuffzich? In Sachen Wertentwicklung sei auf die Stars der vor allem in den USA beheimateten Poster Art-Szene, allen voran Tara McPherson, verwiesen, deren Werke inzwischen schon richtig teuer sind. Und was die Professionalität angeht: Die Poster Artists haben sogar schon eine eigene Messe, die Flatstock Convention, die zuletzt im September in Hamburg stattfand. Vielleicht wird also auch ein echter Senor Burns in ein paar Jahren so viel wert sein wie, naja, zwei Maß Wies’n-Bier und ein Hend’l (was immerhin einer Entwicklung von mehreren hundert Prozent entspräche!). In jedem Fall ist er dann aber immer noch: Schön anzusehn.
3. Dezember 2008
mawa