München, 7. Februar 2009 mawa

Das neue Domagk?

Na also, geht ja doch: Nachdem wir schon oft den Kopf geschüttelt haben über die stümperhafte Präsenz von vielen, auch ganz großen, ganz wichtigen Galerien, Künstlern, Ausstellungsräumen im Internet (wenn schon die Künste keinen g’scheiten, schönen Webauftritt hinkriegen, wer dann?), sind wir mal positiv überrascht. Von der Site einer Institution am nord-östlichen Münchner Stadtrand. Einer, die wir bisher ehrlich gesagt glatt übersehen haben. Von der uns jetzt zum Glück endlich eine Bekannte berichtet hat: An diesem Wochenende ist Gemeinschaftsausstellung. In der Alten Wiede-Fabrik.

kunstakademie münchen
Andere Party. Auch Kunst. (Foto: mawa/isarstadt.de)

Stadtrand-Mäzenatentum

Was soll man von einer Location erzählen, die man selber noch nicht gesehen hat? Dass eben die Website als erstes Aushängeschild überzeugt (weniger durch’s Design als durch den klaren, informativen Aufbau) und Lust drauf macht, die Künstlerkolonie in Johanneskirchen zu erkunden? Dass die Geschichte dahinter, die vom kunstsinnigen Firmenerben, der das verfallende Fabrik-Gelände für eine neue, kreative Nutzung geöffnet hat, recht sympathisch, recht un-münchnerisch daherkommt?

The Art of Grantling

Dass wir ein bisserl die Hoffnung haben, da eine Version 2.0 des immer wieder und bis zur Unkenntlichkeit zurecht gestutzten Domagk-Geländes zu entdecken, eine weitere Ahnung von einer anderen Art, in dieser Stadt zu leben? Oder dass uns unsere Bekannte einen der Wiede-Fabrik-Künstler ganz besonders ans Herz gelegt hat? Dass sie uns gesagt hat, wir sollten uns durch sein manchmal etwas grantliges Dreinschau’n nicht entmutigen lassen, einen Blick in sein Atelier zu werfen (wer das sein soll, wird hier natürlich nicht verraten)? Wir sind gespannt.

Update: Na, bloß gut, dass wir bei der Überschrift ein Fragezeichen gesetzt haben. Denn sonst hätten wir jetzt dieses Posting glatt überarbeiten müssen. Wir war’n draußen in Johanneskirchen. Und haben vor allem bedrückende Mittelmäßigkeiten gesehen, einige peinlich berührende Unzulänglichkeiten und, ja, auch eine Handvoll Interessantes, wenigstens Dekoratives. Aber das wiegt dann halt leider nicht die versammelte Volkshochschul-Leopoldstraßen-Ikea-Kleckserei auf. Überraschend bürgerlich, gesättigt geht es zu auf dem Wiede-Gelände, nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den so called artists. Eine schöne, verwunschene Location inmitten der Stadtrandtristesse. Aber nicht mehr. Don’t try this at home.

Eintrag unter folgendem Thema abgelegt: Kunst, Web & weiter

1 Kommentar Auch einen Kommentar hinterlassen

Kommentar schreiben

Required

Required, hidden

Folgende HTML-Befehle können verwendet werden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

Trackback dieses Posts  |  Kommentare via RSS Feed abonnieren


Kalender

Februar 2009
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
232425262728  

Neueste Einträge