Archiv 'Web & weiter'

Das neue Domagk?

Na also, geht ja doch: Nachdem wir schon oft den Kopf geschüttelt haben über die stümperhafte Präsenz von vielen, auch ganz großen, ganz wichtigen Galerien, Künstlern, Ausstellungsräumen im Internet (wenn schon die Künste keinen g’scheiten, schönen Webauftritt hinkriegen, wer dann?), sind wir mal positiv überrascht. Von der Site einer Institution am nord-östlichen Münchner Stadtrand. Einer, die wir bisher ehrlich gesagt glatt übersehen haben. Von der uns jetzt zum Glück endlich eine Bekannte berichtet hat: An diesem Wochenende ist Gemeinschaftsausstellung. In der Alten Wiede-Fabrik.

kunstakademie münchen
Andere Party. Auch Kunst. (Foto: mawa/isarstadt.de)

Stadtrand-Mäzenatentum

Was soll man von einer Location erzählen, die man selber noch nicht gesehen hat? Dass eben die Website als erstes Aushängeschild überzeugt (weniger durch’s Design als durch den klaren, informativen Aufbau) und Lust drauf macht, die Künstlerkolonie in Johanneskirchen zu erkunden? Dass die Geschichte dahinter, die vom kunstsinnigen Firmenerben, der das verfallende Fabrik-Gelände für eine neue, kreative Nutzung geöffnet hat, recht sympathisch, recht un-münchnerisch daherkommt?

The Art of Grantling

Dass wir ein bisserl die Hoffnung haben, da eine Version 2.0 des immer wieder und bis zur Unkenntlichkeit zurecht gestutzten Domagk-Geländes zu entdecken, eine weitere Ahnung von einer anderen Art, in dieser Stadt zu leben? Oder dass uns unsere Bekannte einen der Wiede-Fabrik-Künstler ganz besonders ans Herz gelegt hat? Dass sie uns gesagt hat, wir sollten uns durch sein manchmal etwas grantliges Dreinschau’n nicht entmutigen lassen, einen Blick in sein Atelier zu werfen (wer das sein soll, wird hier natürlich nicht verraten)? Wir sind gespannt.

Update: Na, bloß gut, dass wir bei der Überschrift ein Fragezeichen gesetzt haben. Denn sonst hätten wir jetzt dieses Posting glatt überarbeiten müssen. Wir war’n draußen in Johanneskirchen. Und haben vor allem bedrückende Mittelmäßigkeiten gesehen, einige peinlich berührende Unzulänglichkeiten und, ja, auch eine Handvoll Interessantes, wenigstens Dekoratives. Aber das wiegt dann halt leider nicht die versammelte Volkshochschul-Leopoldstraßen-Ikea-Kleckserei auf. Überraschend bürgerlich, gesättigt geht es zu auf dem Wiede-Gelände, nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den so called artists. Eine schöne, verwunschene Location inmitten der Stadtrandtristesse. Aber nicht mehr. Don’t try this at home.

7. Februar 2009 mawa 1 Kommentar

Altpapier 2.0

Du, sag a’mal, wann ha’m wir eigentlich des letzte Mal eine Filmkritik vom Althen Michael gelesen?

Schreibt der überhaupts noch? Macht der ned eher Filme jetzt?

Naa, der schreibt doch sicher noch für die Süddeutsche. Oder war’s die Fatz?

Ja, mei, mag scho sein. Aber wir lesen die SZ und die Fatz doch gar ned so regelmäßig.

Stimmt auch wieder.

Zeitungen
Zukunft Zeitung: Macht sich gut als Wand-Deko. (Foto: S. Rohloff/stock.xchng)

Autor. Automatisch.

Weißt’ was, des wär doch eine Sache: Wenn’st die Zeitung immer nur dann bekommen tät’st, wenn da was von einem bestimmten Schreiberling drin steht.

Ein Althen-Abonnemang quasi?

Genau. Ein Autoren-Abo.

Ja, des wär’ a feine Idee!

Aber weißt was, auf derer ander’n Seite: Wär’ des dann nicht im Prinzip so was wie a …

Wie was?

Naja. Wie a Blog.

10. Januar 2009 mawa 1 Kommentar

Meine liebe Scholle

Erinnert sich noch jemand an den Begriff vom “Tal der Ahnungslosen”? Damit war der Raum um Dresden herum gemeint, in dem man zu DDR-Zeiten aufgrund der geographischen Lage kaum westdeutsche Radio- oder Fernsehprogramme empfangen konnte. Wieviele Menschen das seinerzeit betroffen hat, können wir nicht sagen, sind aber ziemlich sicher, dass es keine fünf Millionen waren. Warum fünf Millionen? Weil soviele Leute heute in der modernen Version der Massenmedienlosigkeit leben. Soll heißen: Sie haben keinen g’scheiten Zugang zum Internet. Erst in diesem Jahr wollen die Konkurrenten der magentafarbenen Obersten Telefonbehörde Abhilfe schaffen - freilich auch nur unter der Voraussetzung, dass der Staat ordentlich Fördergelder springen lässt.

scholle.jpg
Ein ganz normaler Acker? Oder hat hier schon jemand Glasfaserkabel verbuddelt? (Foto: mawa/isarstadt.de)

Godzilla beißt bayrische Stromkabel durch

Nun könnte man natürlich sagen, dass es sich auch ohne Internet halbwegs anständig und gottesfürchtig leben lässt. Ist doch sogar beruhigend zu wissen, dass eine ganze Menge Leute quasi zwangs-clean bleiben und nicht Gefahr laufen, zu Leuten zu werden, wie wir es sind. Zu Medienjunkies, die schon allein bei dem Gedanken nervös werden, ein wie auch immer geartetes Unglück (Godzilla beißt bayrische Stromkabel durch, Piraten kapern alle auf Wordpress laufenden Blogs) könnte den eigenen Kommunikations-Radius auch nur für eine halbe Stunde beschneiden.

Böse Menschen gucken in die Röhre

Nun erfüllt das Internet heute aber in der Tat andere (wichtigere!) Aufgaben als das Fernsehen, von dem böse Menschen ja behaupten, es sei nur noch zu dem Zwecke in Betrieb, ein paar Doofe davon abzuhalten, doofe Dinge zu machen, statt vor der Kiste rumzulungern. Jeder von uns kann eine Handvoll Leute beim Namen nennen, die bewusst auf TV verzichten. Uns ist aber noch kein einziger untergekommen, der sich in freiwilliger Web-Abstinenz übt. Und ehrlich gesagt kennen wir auch niemanden mehr, der qua Wohnortwahl von den Delizien eines DSL-Zugangs ausgeschlossen ist. Wo also leben die oben genannten fünf Millionen Menschen? Doch sicher nicht bei uns in der Nähe. Oder doch?

Pflugscharen zu Modems!

Im vergangenen Sommer sind wir mal Richtung Niederbayern gefahren, zum hoch gelobten Flohmarkt in Pfaffenhofen/Ilm (der sich überhaupt nicht lohnt, außer man gehört zu einem geistig verwirrten Menschenschlag, der auf Kriegs-Devotionalien steht). Und haben uns gewundert, dass auf dortigen Wahl-Plakaten viel die Rede war vom “Internet für alle”. Da bist’ also grad mal eine halbe Autostunde von München entfernt, und schon landest’ in einem der neuen “Täler der Ahnungslosen”, in dem Internet-Sessions noch vom Flöten des Modems begleitet werden und in dem man sich seelenruhig die Zehennägel schneiden kann, während sich Pixel für Pixel die angesurften Seiten öffnen.

Auf einem alten Gaul durch’s Web

Stellen wir uns doch mal vor, in einem der Käffer dort gäb’s einen jungen Menschen, der sich nicht mit Stammtisch-Binge Drinking, dem Sprechen seltsamer Dialekte und nächtlichem Kühe-Kippen zufrieden geben mag. Der lieber Radio-Streams zum Beispiel von M94,5 hören, YouTube statt RTLII gucken und munter von Blog zu Blog hüpfen (und vielleicht sogar selber einen schreiben) würde. Der sich aber nur in Pferdekarren-Geschwindigkeit durch’s Web bewegen kann. Lebt der dann nicht heute weiter von der nächsten Großstadt, der Lebenswelt der Großstädter (ja, doch: Münchner sind Großstädter) entfernt als je zuvor?

2. Januar 2009 mawa 2 Kommentare

Veihnachten!

Jawoll, ja, es ist soweit! Münchner Blog-Wichteln ist angesagt. Der Deal war: Je ein Ins-Internet-Schreiber schenkt einem anderen einen Text, ein Bild oder auch beides. Daher erscheint heute hier - so wie auch auf zwölf weiteren Münchner Blogs - ein Gast-Beitrag. We proudly present: Den wahrscheinlich bisher längsten (it’s in the Bild, baby!) Artikel auf isarstadt.de und sicher einen der charmantesten Einstiege. Vielen, vielen Dank dafür an Kerstin, die den großartigen Blog snowflakes & blackvampires betreibt!

Und ganz herzliche Grüße auch an alle anderen Teilnehmer des Münchner Blog-Wichtelns! Jedem einzelnen geneigten Leser sei nun eine Tour zu allen beteiligten Websites wärmstens an’s Herz gelegt - sämtliche Links stehen nochmal am Ende dieses Postings. So wie übrigens auch der Hinweis, auf welchem Blog der isarstädtische Wichtel-Text zu finden ist. Nun aber der Beitrag von Kerstin! Enjoy!

valentin.jpg

“Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water.”

Die Lichter, winterlichen Düfte und Dekorationen zur Adventszeit in der Münchner Innenstadt finde ich wunderbar. Weihnachten ist eine Zeit zum Träumen. Für mich bedeutet Weihnachten kein Stress, keine Familienstreitigkeiten - einfach nur Sinnlichkeit genießen.

Allerdings sollte man das für sich behalten. Alle Leute um mich herum sind gestresst, hassen Weihnachten, sind depressiv und übellaunig. Das fing schon mit ca. 7 Jahren an als mein Vater beschlossen hatte, das Konsumverhalten an Weihnachten würde ihm auf die Nerven gehen und es würde keine Weihnachtsfeier mehr für uns geben. Zu der Zeit wohnten wir in Indien und sogar die Hindus feierten Weihnachten. Wenn auch nicht sinnlich sondern mit Böller und Plastikbäumen, reichte ihm schon die Vorfreude der Kinder um das Fest einfach abzusagen.

Heimlich gab es mit unserer Mutter unter einer Palme doch noch ein paar Plätzchen. Auch ein heimliches Fest ist ein wunderbares Fest. Später (als Jugendliche) legte ich selbst keinen besonderen Wert auf Familienfeiern. Aber gefreut habe ich mich immer auf den ersten eigenen Weihnachtsbaum, den ich haben würde wenn ich mal Kinder bekommen würde.

Valentin: Ich krieg eine Schachtel Dritte Sorte.
Verkäufer: Ja, bei uns gibt es keine Zigaretten zu verkaufen.
Valentin: Was gibt’s denn dann?
Verkäufer: Bei uns gibt es nur Schallplatten und Gramaphone.
Valentin: Dann gebn S’ mir halt ein Gramaphon.

Jetzt habe ich Kinder und - wenn schon nicht Weihnachten - so feiern wir doch Channukah. Das ist auch wunderbar und ein schönes Lichterfest. Und doch trauere ich ein wenig dem kleinen Weihnachtsbaum meiner Vorstellung nach.

Karlstadt: Ich möcht bloß wissen, ob’s bei andere Leut auch so zugeht wie bei uns.
Valentin: Genauso!

Seit ca. 8 Jahren wohnen wir nun in der Münchner Innenstadt und an jedem Eck gibt es einen Weihnachtsmarkt. Jedes Fenster ist dekoriert und alles ist hell erleuchtet. Ich feiere also im Stillen mit und genieße das genauso. Egal ob um die Ecke beim Pink-Christmas oder auf dem Mittelaltermarkt, beim Schwabinger oder bei all den anderen Christkindlmärkten, jeder kann für sich den richtigen Ort finden und genießen. Ich bin froh, dass ich so zentral wohne, dass mir gar nichts anderes übrig bleibt als hin und wieder mal über einen Münchner Weihnachtsmarkt zu stolpern.

Der Münchner Komiker Valentin hätte dazu gesagt: “Ich bin auf Sie angewiesen, aber Sie nicht auf mich! Merken Sie sich das!”


Mehr Wichtel-Texte gefällig? Aber bitte doch! Hier geht es weiter: abspannsitzenbleiber, Digitale Notizen, Dr. Sno*, Lyroholisch, münchenblogger, rettet das mittagessen, Snowflakes & Black Vampires, Stadtneurotiker, Tivoli-Blog, Unilife live, Vorspeisenplatte. Und ganz besonders freu’n tät’s uns natürlich, wenn Ihr auch den isarstadt-Wichteltext auf Helgas Notebook München anguckt.

10. Dezember 2008 mawa 12 Kommentare

Noch zweimal schlafen

Morgen Übermorgen, Kinners, wird’s was geben. Am Mittwoch, 10. Dezember, wird auf 13 Münchner Blogs jeweils ein Beitrag eines anderen Bloggers erscheinen. Blog-Wichteln haben wir das ganze genannt. Und sind schon mächtig gespannt auf alle Texte und Bilder und was sonst den Teilnehmern so eingefallen ist. Die einzige Vorgabe war: Um München soll’s gehen und um die (Vor)Weihnachtszeit. Ein Trend zeichnet sich bereits jetzt ab: In mehreren der Beiträge spielt der gute alte K. am M. mit seinem Schaufenster voller S.-Tiere eine Rolle. Aber mehr wird noch nicht verraten…

origami1.jpg
Origami? Oder zu Dir? (Foto + Fingerfertigkeit: sist/isarstadt.de)

Hier nochmal zum Mit-Klicken alle Teilnehmer des Münchner Blog-Wichtelns 2008, von denen einige auch schon über ihre Gedanken zum G’schichtl-Wichtl’n geschrieben haben:

abspannsitzenbleiber
Digitale Notizen
Dr. Sno*
isarstadt natürlich
Lyroholisch
münchenblogger
Notebook München
rettet das mittagessen
Snowflakes & Black Vampires
Stadtneurotiker
Tivoli-Blog
Unilife live
Vorspeisenplatte

8. Dezember 2008 mawa 2 Kommentare

Present Sentences

Die Bilanz der vergangenen Jahre: Ein Büchergutschein für Lehmkuhl’s (ausgezeichnet angelegt in “Mr Thundermug” von Cornelius Medvei). Eine Packung Kühlschrank-Magneten zum Wörter-Puzzlen (beim letzten Umzug verlegt). Ein Erdmutter-Kerzenständer vom Tollwood (auch, äh, verlegt). Und tatsächlich mal Lavendelkissen. Geschätzte 87,2 Prozent aller Menschen stehen dem zumeist im beruflichen oder nachbarschaftlichen Umfeld zelebrierten Wichteln ablehnend bis ausgesprochen aggressiv gegenüber. Weitere 10,4 Prozent stehlen sich aus der Affäre, indem sie Darmgrippe, einen Arbeitsunfall oder den Tod des heimischen Hamsters simulieren. Und wir? Lieben den Brauch.

Blog-Wichteln
And the Wichtel goes to… Leider nicht mehr ins Bild (also auf unsren Küchentisch) gepasst hat der nette Notar, der über die einwandfreie Ziehung der Wichtel-Lose gewacht hat. Dafür hat er ‘ne Kiste Kekse mit auf den Weg bekommen. (Foto: mawa/isarstadt.de)

Salz auf der Arbeitskollegen Haut

Vorausgesetzt natürlich, er wird vernünftig betrieben. Ist doch eine großartige Sache, wenn man sich mal Gedanken macht (bzw. machen muss), was dem Arbeitskollegen, mit dem man 200 Tage im Jahr einen Tisch in der Kantine teilt, privat Freude bereiten könnte. Wenn man den Nachbarn mal mehr als nur ein Pfund Salz oder eine mittelgute Flasche Rotwein schenkt. Wenn man sich also ein bisserl Mühe gibt. Etwas Persönliches gibt.

Schatz, da waren Fremde auf meinem Blog

Unter diesem Motto, soll auch das Blog-Wichteln stehen, zu dem wir jetzt zweieinhalb Handvoll Münchner Blogger überreden konnten. Naheliegenderweise besteht die Wichtel-Währung aus Texten, Fotos oder was man sonst noch so auf einem Bildschirm basteln kann. Das Prinzip ist einfach: Seit gestern weiß jeder Teilnehmer, wen er bewichteln wird (noch nicht jedoch, von wem er selber etwas erhält). Und am 10. Dezember sollen das die fremden Beiträge auf dem eigenen Blog veröffentlicht werden.

Und wer hat das Wichteln erfunden? Die Franken.

Patentieren lassen werden wir uns diese Idee nicht, denn wie wir mittlerweile erfahren haben, betreibt ein Blogger im fernen Franken das Blog-Wichteln nun schon im dritten Jahr. Aber es soll ja auch keine Konkurrenz-Veranstaltung sein, sondern wir wollten’s ganz bewusst regional halten und haben deshalb auch eine kleine Themenvorgabe abgemacht: Um München soll’s gehen. Und um Weihnachten. Wir sind schon sehr gespannt und empfehlen an dieser Stelle schon mal den geneigten Blick auf die teilnehmenden Münchner Blogs:

abspannsitzenbleiber
Bogenhausener Geschichten
Digitale Notizen
Dr. Sno*
isarstadt natürlich
Lyroholisch
münchenblogger
Notebook München
Snowflakes & Black Vampires
Tivoli-Blog
Unilife live
Vorspeisenplatte

Update: Auch dabei sein werden nun noch die Herren Mittagesser und Stadtneurotiker. Sehr schön, damit sind wir 14!

25. November 2008 mawa 3 Kommentare

While we were sleeping

Moin, moin. isarstadt.de erhebt sich aus einem langen Winter Sommerschlaf. Streckt seine Glieder aus, wischt sich den Schlaf aus den Augen und steht noch ein bisserl wacklig auf den Beinen. Der Kreislauf. Kein Wunder in dem Alter. Im Pyjama setzen wir uns auf’s mit einer Staubschicht überzogene Sofa, der Schonbezug knistert, und wir versuchen den PC in Betrieb zu nehmen. Hat schon lang keinen Strom mehr durch seine Platinen zucken gefühlt, der Gute. Moin, moin. War was lo-os?

haengematte
Und täglich grüßt das Murmeltier? isarstadt.de hat sich mal ‘nen schönen Sommerschlaf gegönnt. Und kommt jetzt hoffentlich wieder in die Gänge (Foto: O. Alonzo/stock.xchng)

Hinterm Herd hervor

Aber natürlich war was los. Das sehn wir doch auf den ersten Blick. Die foodbloggenden delicious days-Macher haben jetzt tatsächlich ihr Kochbuch bei GU draußen (wir sind schon gespannt - die zucchinibloggende Clothilde hat zwischen zwei Buchdeckeln ja leider eher enttäuscht). Dem alles-und-immer-bloggenden Herrn Dorin sind wir auf den Filmseiten unserer Haus- und Hof-Bibel in muenchen auch offline begegnet (mehr! weiter!).

Dritte Zähne

Und die podcastende Annik Rubens hat es offensichtlich geschafft, den natürlichen Beiß-Reflex der Printjournalisten beim Thema Blogger zu überwinden und in der Abendzeitung am vergangenen Wochenende einen Beitrag über Münchner Blogs schreiben dürfen (den wir - ha! - online nicht finden und folglich auch nicht verlinken können). Müssen wir daraus schließen, dass Blogs mittlerweile als so irrelevant eingestuft werden, dass sich selbst die Papierpresse traut, darüber zu sprechen?

Abtwittern und Tee trinken

Nicht wenige Menschen versuchen uns ja schon seit einer Weile zu missionieren, dass Twitter das next big thing sei, ohne das nix mehr geht. Nee, nee, nu mal langsam mit die alte Ackergäule! Wir trinken jetzt ers’ma ‘n Kaffee Grüntee und versuchen, wieder in die Gänge zu kommen. Bevor uns hier jemand weismacht, dass jeder ständig die gesamte Welt über seine where- und what-abouts auf dem Laufenden halten muss, woll’n wir mal sehn, ob uns überhaupt noch jemand kennt. Moin, moin.

13. September 2008 mawa 8 Kommentare

Elf aus’m Apfel

G’scheit gespannt sind wir schon auf den Samstag Abend, auf Reverend Jen aus dem großen Apfel, die in der lothringer 13 Haus halten wird. Die Dame ist für New York so ziemlich das, was die gute Petra Perle gerne für München wäre (und natürlich nie sein wird): Schräges Gesamtkunstwerk, Autorin, Filmerin, Veranstalterin der legendären Anti-Slam-Abende, die Inkarnation des vergessenen fünften Teletubbies und, ach ja, eine recht attraktive Elfenohrenträgerin (Eigenurteil: “Sex Symbol for the Insane”).

Reverend Jen
Trolle Sache, so ein Appartement in N.Y. (Foto: revjen.com)

Nachbarhut

Wir kennen von ihr bisher lediglich das Buch “Reverend Jen’s Really Cool Neigborhood“, eine Liebeserklärung an das Stadtviertel Lower East Side, das Westend des Big Apple (oh je, wenn’s für diesen etwas windschiefen Vergleich mal keine Schelte gibt…). Alexa, die uns den Hinweis auf den München-Termin gegeben hat (danke!), hat die Performerin aber schon mal live gesehen und auf ihrem New York-Blog drüber berichtet.

Ganz Troll

In der lothringer 13 wird Reverend Jen eigene Videos vorführen und über die Vernetzung des New Yorker Undergrounds via YouTube & Co. plaudern. Für den Abend verantwortlich zeichnet der Münchner Internetfrickler Patrick Gruban, dem wir schon so schöne Seiten/Aktionen wie sub-bavaria, “Zündfunk retten” oder den leider im Frühjahr eingestellten Blog minga.de zu verdanken haben. Verspricht also spannend zu werden!

Nachtrag 4.11.: Der Rev Jen-Auftritt hat lustiger- (und unerwarteter-)weise für ein ziemliches Rauschen im Münchner Blog-Wäldchen gesorgt, dokumentiert bei Narziss und Goldhund. Und von Dorin prognostizieren wir im Laufe des Tages noch ein paar Fotos von der Veranstaltung - die Kamera hatte er auf jeden Fall dabei.

2. November 2007 mawa 9 Kommentare

Pott loves us!

Als medienaffine Menschen haben wir gestern - nicht zuletzt durch den “Spiegel” erinnert - die Webadresse www.derwesten.de aufgerufen. Vielleicht, um zu sehen, was die frühere Erste-Liga-Bloggerin Katharina Borchert alias Lyssa dort als WAZ-Internetchefin fabriziert hat. Vielleicht aber auch, um uns angesichts des ambitionierten Lokal-Web-Projekts mal wieder zu denken: Mei, was könnte eine gewisse große Münchner Zeitung nicht alles derreißen, wenn sie sich statt auf überteuerten Wein, recht lieblos editierte Bücher und B-Prosa überflüssige Fotostrecken mal wieder auf ihr eigentliches Geschäft besinnen würde.

tag-cloud
Ein guter Tag! (Screenshot derwesten.de)

Man soll den Tag nicht vor der Cloud loben!

Bevor wir uns nun jedoch weit durch das Angebot von derwesten.de klicken konnten, fiel uns gleich die dem Webzwonull geschuldete Tag Cloud auf. Und dort, an prominenter Stelle, niemand geringeres als: München! Dass Düsseldorf, Dortmund und Essen zu den lokalen Favorites zählen, macht Sinn. Sogar bei der Erwähnung Berlins müssen wir uns eingestehen, dass es sich da - trotz aller Unzulänglichkeiten - ja um unsere Hauptstadt handelt. Aber München? Was München da oben im Westen bloß so beliebt? Oder ist das alles nur ein durch den im Pott üblichen übermäßigen Pils-Konsum, den Missbrauch aggressiver Haarfärbemittel und allgemeine Dialekt-Vergehen hervorgerufener System-Fehler?

Dat mer dat noch erläwe dürfe!

Nein, man muss ganz nüchtern konstatieren, dass wir hierzustadt einfach reichlich von all dem haben, was des Ruhrgebietlers Herz schneller schlagen lässt: Fußball (mehrere große erfolgreiche Vereine, ein großes, erfolgreiches Stadion), Bier (Augustiner, Paulaner, Hacker, Oktoberfest und so fort) und Kohle (Grünwald, Bogenhausen, Lehel). Wat kütt, dat kütt. Oder so.

30. Oktober 2007 mawa Kommentieren

Leopoldstraße kills me

Es gibt Food-Blogs und Pop-Blogs und Befindlichkeits-Blogs und Nerd-Blogs und viel zu wenige München-Blogs, aber dafür sicher noch fünfzigtausend weitere Special Interest-Seiten, die von entsprechend interessierten Menschen vollgetextet und von anderen wiederum gelesen werden. Den meisten von ihnen ist gemein, dass darin über Aktuelles berichtet wird, über gerade Erlebtes, gerade Geärgertes, gerade Gefreutes. Der gute alte Schwenk aus dem Leben, die Geschichte, die um zwei Uhr nachts am Bistro-Tisch ausgepackt wird, die Lebensweisheit, das Erfahrungsschätzchen hingegen (History Blogging gewissermaßen) wird erstaunlich selten zwischen zwei Webseiten gepresst.

schwabylon
München leuchtete (Foto: diskostu/flickr CC)

Mythos-Surfing

Umso mehr haben wir uns gefreut, als wir vor Kurzem den neuesten einen weiteren [Korrektur 26.10.], äh, Sub-Blog, des Münchner Viel-Schreibers, Teilzeit-Buchhändlers und ganz offensichtlich Schwabing-sozialisierten Dorin sowie des umtriebigen Hundehalters Narziss a.k.a. Marc entdeckt haben. Den treffenden Namen Schwabylon (ein Blog-Beitrag zu dem legendären Gebäude ist übrigens auch bei dem Herrn, der das obige Photo gemacht hat, zu finden) trägt der jüngste Streich der beiden Blogger. Allein schon die großartigen Bilder vom Horror-Charly, den wir nachgeborenen Spießer natürlich nur als Knoff Hoff-Männchen kennen, sind den Besuch von Schwabylon wert.

Mehr Brust für den Boulevard!

Nur: Ein bisserl schwach auf der Brust ist der neue Blog noch. Gerade mal zwei Einträge bisher. Wir vermuten sind uns sicher: Da ist doch noch mehr drin! In seinen Kommentaren auf isarstadt.de haben Dorin und Marc doch schon wiederholt durchblicken lassen, dass noch so manche Story aus den guten alten Zeiten in ihnen schlummert. Raus damit!

25. Oktober 2007 mawa 8 Kommentare

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